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Künstler und Kunstwerkstatt in Wamel

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Lange Zeit blieb Wamel ein wenig bekanntes Dorf, jenseits der heimatlichen Grenzen auch kaum beachtet. Besucher des Möhnesees und die von Jahr zu Jahr nach Entstehung des Möhnesees sich einstellenden Urlauber fanden selten den Weg zum Dorf.

Doch es war gerade die unberührt gebliebene Natur, die in den Endzwanziger Jahren, einen schon damals in Deutschland sehr bekannten Künstler, Hermann Kätelhön, so anzog, daß er hier heimisch wurde: Er erwarb das Rademacker'sche Haus im Eichsgraben, ließ das Haus nach seinen Plänen umbauen und richtete die noch heute bestehende Kupferdruckerei ein.

In der Nachbarschaft, im jetzigen Haus Schrage, wohnte damals auch der Maler Professor Eberhard Viegener. Er zog später in sein Haus oberhalb von Günne.

Für Hermann Kätelhön war Wamel aber nicht nur die Stätte beschaulichen Künstlerdaseins. Als Pflegestätte graphischer Kunst und druckerischem Können sollte seine Druckwerkstatt einer Künstlervereinigung zugeordnet sein, die von ihm als Werkgemeinschaft Wamel ins Leben gerufen wurde. Das Haus Kätelhön blieb auch nach dem allzu frühen Tod von Hermann Kätelhön (er starb am 24. November 1940)


Hermann Kätelhön (Selbstporträt)

  
Albert Renger-Patzsch

bis heute Mittelpunkt einer Kunst- und Künstlergemeinschaft. So wurden noch andere Künstler in Wamel heimisch: Der bekannte Bildhauer Robert Ittermann, der später nach Völlinghausen zog und dort bis zu seinem Tode lebte, der stille, immer hilfsbereite Sebald Fiswick, dessen behutsames künstlerisches Wirken so sehr alter Handwerkskunst verwandt war.

In den letzten Nachkriegsjahren fand auch der Landschaftsfotograf Albert Renger-Patzsch, wie manche andere Künstler, die dem Hause Kätelhön verbunden waren, bei Kätelhöns seine erste Zuflucht und wurde dann, nachdem er sich im oberen Dorf das Wunsch'e Backhaus zur Wohn- und Arbeitsstätte ausbauen ließ, Wameler Bürger. Er starb am 27. September 1966. Sein Haus, das alte „Backs" ist nun für seinen Sohn und dessen Familie nach erfolgten Innenausbau, wobei unverkennbar Altes erhalten blieb, zu einer schönen Bleibe geworden.

Albert Renger-Patzsch galt als Begründer der Neuen Sachlichkeit in der Fotographie. Seine ersten Lichtbilder in den zwanziger Jahren waren eine Sensation. Durch sein Buch: „Die Welt ist schön" wurde seine Auffassung deutlich, die Fotographie von ihrem Wettlauf mit der Malerei abzuhalten und sich auf die eigenen Mittel zu besinnen. Seine Auffassung, durch die er schließlich berühmt wurde, ist heute für weite Bereiche der Fotographie gültig geworden.


Der Bildhauer Robert Ittermann in seinem Atelier

Von der ehemaligen Werkgemeinschaft Wamel, den Künstlern also, denen Hermann Kätelhön nahe stand, lebte und arbeitete bis vor einigen Jahren noch der Maler Hermann Prüßmann in Wamel. Nach dem Kriege wurde er hier sesshaft. In seiner künstlerischen Auffassung, die Dinge der Umwelt in der Darstellung klar und entschieden zu formulieren, ließ er sich nie beirren. Daß er mit dieser Auffassung trotz aller Zeiterscheinungen im Kunstgeschehen recht behielt, haben die zahlreichen Ausstellungen - zuletzt zu seinem 80. Geburtstag im Soester Morgnerhaus - bewiesen. Er starb im 81. Lebensjahr, im Juli 1980.


Der Maler Hermann Prüßmann bei der Arbeit, so wie er sich selbst sah

Nach der Wameler Idee von Hermann Kätelhön - die Straße vom See bis zum Dorfende ist nach ihm benannt - ist heute noch die Kupferdruckerei Henner Kätelhön ausgerichtet. Künstler aus ganz Europa und sogar von Übersee suchen und finden hier die Möglichkeit in der Stille und Abgeschiedenheit einer schönen Landschaft zu arbeiten und ihre Werke durch Könner des Fachs - den Druckern -entstehen zu sehen. „Druckgraphik Kätelhön" ist inzwischen in Verbindung mit Wamel weit über die Grenzen unseres Landes zu einem Begriff geworden. Die großen Besucherzahlen zum jährlich stattfindenen „Graphik-Tag", im vergangenen Jahr waren es etwa 2000, zeigen es nachhaltig.

Neben der Kunst hat in Wamel auch das Kunsthandwerk bei der „Meistergilde" seinen Platz. In der ehemaligen Dorfschule nutzt diese Vereinigung von 20 Handwerkern aus dem Sauerland seit 1972 die Räume als Hauptlager ihrer Spielzeug-Erzeugnisse.

Es ist in diesem Zusammenhang höchst bemerkenswert, dass der bekannte Künstler und Pädagoge Hugo Kükelhauser lebte eine zeitlang in unserem Dorf - mit seinen OriginalGreiflingen, geschaffen für Kinder bis zum dritten Lebensjahr, den Grundstein zur Produktion der Meistergilde legte.

 

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